Turnierhundsport (THS)

 

Der Turnierhundsport (THS) ist Leichtathletik mit dem Hund. Er stellt ein sportliches Betätigungsfeld sowohl für Menschen dar, die sich selbst bewegen und dabei noch Spaß mit ihrem Hund haben möchten (Breitensport), als auch für Menschen, die ihre Leistung und die ihres Hundes ehrgeizig verbessern und mit anderen messen möchten (Leichtathletik). Der Einstieg in diese Sportart ist einfach, sie macht Menschen beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters Freude und kann mit fast allen Hunderassen und deren Mischlingen ausgeführt werden. Der THS bietet insbesondere Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung unter Gleichgesinnten und die Möglichkeit zur körperlich-sportlichen Betätigung mit ihrem vierbeinigen Freund. Zudem trägt diese Sportart dem Bewegungstrieb des Hundes Rechnung, denn diesen kann er hier richtig ausleben. Darüber hinaus ist das sportliche Angebot im THS breit gefächert, so dass das Training abwechslungsreich und spielerisch gestaltet werden kann. Dem Training können sich Wettkämpfe anschließen, bei denen Hund und Hundeführer_in entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit in Einzel- und/oder Mannschaftswettbewerben gefordert werden.

Das sportliche Angebot des THS ist in der Prüfungsordnung Turnierhundsport des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) verankert und seit dem 01.04.2013 in „Breitensport mit Hund“ (Wettbewerbe) und „Leichtathletik mit Hund“ (Prüfungen) unterteilt. Nur für die Ausübung der Leichtathletik mit dem Hund (Prüfungen) auf Wettkämpfen ist eine bestandene Begleithundprüfung Voraussetzung, für die Teilnahme am Breitensport mit dem Hund (Wettbewerbe) auf Turnieren muss der Hund lediglich identifizierbar (i.A. gechippt) und mindestens 15 Monate alt sein, zudem müssen Besitzer_in und Hundeführer_in nachweislich einem VDH-Mitgliedsverband angehören und ggf. die Einverständniserklärung der Eltern vorliegen. Im Breitensport mit dem Hund (Wettbewerbe) werden vier Disziplinen und in der Leichtathletik mit dem Hund (Prüfungen) drei Disziplinen unterschieden, die bei Wettkämpfen in sechs Altersklassen der Zweibeiner ausgewertet werden:

Breitensport mit Hund (Wettbewerbe)

  • Hindernislaufturnier
  • Shorty
  • Dreikampf
  • K.O.-Cup

Leichtathletik mit Hund (Prüfungen)

  • Vierkampf
  • Geländelauf
  • Combinations-Speed-Cup (CSC)

Im Folgenden wird auf diese einzelnen Disziplinen näher eingegangen.

Breitensport mit Hund (Wettbewerbe)

  • Hindernislaufturnier (Einzelwettbewerb)

Hundeführer_in und Hund absolvieren einen 75m langen Kurzstreckenlauf, bei dem der Hund acht Hindernisse bestehend aus Hürde, Schrägwand, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Durchsprunggerät und Hochweitsprung überwinden muss. Der Hundeführer/die Hundeführerin läuft dabei unmittelbar parallel zur Hindernisbahn mit. Der Hindernislauf muss in zwei Durchgängen und mit frei folgendem Hund gezeigt werden. Jedes ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hindernis wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

  • Shorty (Mannschaftswettbewerb)

Der Shorty besteht aus zwei Sektionen, die aus den Elementen des Combinations-Speed-Cup (CSC) gebildet werden – Harfe, Hochweitsprung, Tunnel, Oxer, Hürde, Schrägwand, Tonne und Durchsprunggerät. Diese beiden Sektionen werden parallel aufgestellt und ähnlich einem Staffellauf von zwei Mensch-Hund-Teams absolviert. Dabei muss der Hund die Hindernisse überwinden, während der Hundeführer/die Hundeführerin unmittelbar parallel zu den Hindernissen mitläuft. Der Shorty wird in zwei Durchgängen mit frei folgendem Hund ausgetragen. Jedes ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hindernis bzw. Fehler an den Wechseltoren werden mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Zweierteams addieren.

  • Dreikampf (Einzelwettbewerb)

Der Dreikampf setzt sich aus den drei Laufdisziplinen des Vierkampf 1 zusammen – Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf.

Beim Hürdenlauf meistern Hundeführer_in und Hund einen 60m langen Kurzstreckenlauf, bei dem vier 30cm hohe Hürden vom Hund überwunden werden müssen, während der Hundeführer/die Hundeführerin wahlweise mit über die Hürden springen oder neben den Hürden herlaufen kann. Das Schulterblatt des Hundes sollte sich während des gesamten Laufs auf Kniehöhe des Hundeführers/der Hundeführerin befinden. Der Hürdenlauf wird in einem Durchgang durchgeführt und kann sowohl mit angeleintem, als auch mit frei folgendem Hund gezeigt werden. Jede ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hürde sowie das Vorprellen oder Nachhängen an den Hürden wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

Beim Slalomlauf durchläuft der Hundeführer/die Hundeführerin gemeinsam mit dem Hund einen mit fünf Toren zzgl. Start- und Zieltor abgesteckten Zick-Zack-Kurs von ca. 55m Länge. Der Slalomlauf wird in zwei Durchgängen ausgeführt und kann sowohl mit angeleintem, als auch mit frei folgendem Hund gezeigt werden. Jedes von Hund oder Hundeführer_in nicht durchlaufene Tor wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

Der Hindernislauf entspricht dem Hindernislaufturnier. Hundeführer_in und Hund absolvieren einen 75m langen Kurzstreckenlauf, bei dem der Hund acht Hindernisse bestehend aus Hürde, Schrägwand, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Durchsprunggerät und Hochweitsprung überwinden muss. Der Hundeführer/die Hundeführerin läuft dabei unmittelbar parallel zur Hindernisbahn mit. Der Hindernislauf muss in zwei Durchgängen und mit frei folgendem Hund gezeigt werden. Jedes ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hindernis wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

  • K.O.-Cup (Einzelwettbewerb)

Zwei Mensch-Hund-Teams führen auf zwei baugleichen Parcouren parallel einen Kurzstreckenlauf aus. Jeder Parcours besteht aus mindestens sechs und maximal zehn Hindernissen, Slalomtoren und Wendestangen aus den THS-Disziplinen. Der Hundeführer/die Hundeführerin läuft dabei unmittelbar parallel zum Parcours mit. Der K.O.-Cup ist mit frei folgendem Hund zu zeigen. Das Auslassen eines Hindernisses, eines Tores bzw. einer Wendestange führt zur Wiederholung dieses Hindernisses, Tores oder Wendestange, bis diese und alle weiteren Geräte fehlerfrei absolviert sind. Im K.O.-System kommt das Mensch-Hund-Team eine Runde weiter, das alle Hindernisse am schnellsten fehlerfrei bewältigt. Nach vier (16 Teilnehmer_innen) bzw. drei Runden (acht Teilnehmer_innen) steht dann der/die Tagessieger_in fest.

Leichtathletik mit Hund (Prüfungen)

  • Vierkampf (Einzelprüfung)

Der Vierkampf (VK) gilt als Königsdisziplin des THS. Er wird in drei aufeinander aufbauenden Leistungsstufen (VK 1, VK 2 und VK 3) gezeigt und besteht aus den vier Aufgabenstellungen Gehorsam, Hürden-, Slalom- und Hindernislauf.

Im Gehorsamteil absolvieren Mensch und Hund ein Laufschema von unterschiedlicher Länge (VK 1 zu VK 2 und 3), in unterschiedlicher Gangart (Normalschritt im VK 1, teilweise Lauf- bzw. Langsamschritt im VK 2 und 3) und teilweise mit angeleintem (VK 1) bzw. nur mit frei folgendem Hund (VK 2 und 3). Ergänzend folgen sich in den Leistungsstufen steigernde technische Übungen wie Absitzen des Hundes (bspw. unter Schrittverzögerung des Hundeführers/der Hundeführerin im VK 1, aus dem Normalschritt im VK 2 und 3), Ablegen des Hundes (bspw. unter Schrittverzögerung des Hundeführers/der Hundeführerin im VK 1, aus dem Normalschritt im VK 2 und aus dem Laufschritt im VK 3) mit anschließendem Abrufen und Stehenbleiben des Hundes (aus dem Normalschritt im VK 2 und aus dem Laufschritt im VK 3), ebenfalls mit anschließendem Abrufen. Eine verzögerte oder fehlerhafte Ausführung der Übungen, Vorprellen, Nachhängen oder seitliches Abweichen des Hundes sowie zusätzliche Hörzeichen und sonstige körperliche Hilfen werden mit Fehlerpunkten gewertet, die von der Ausgangspunktzahl abgezogen werden.

Die drei Laufdisziplinen des Vierkampfes bestehen aus Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf.

Beim Hürdenlauf meistern Hundeführer_in und Hund einen Kurzstreckenlauf (VK 1 und 2 60m, VK 3 80m), bei Hürden einer bestimmten Anzahl und Höhe (VK 1 und 2 vier 30cm hohe Hürden, VK 3 sechs 30 bzw. 40cm hohe Hürden) vom Hund überwunden werden müssen, während der Hundeführer/die Hundeführerin wahlweise mit über die Hürden springen oder neben den Hürden herlaufen kann (VK 1) bzw. selbst mit über die Hürden springen muss (VK 2 und 3). Das Schulterblatt des Hundes sollte sich während des gesamten Laufs auf Kniehöhe des Hundeführers/der Hundeführerin befinden. Der Hürdenlauf wird in einem Durchgang durchgeführt und kann sowohl mit angeleintem, als auch mit frei folgendem Hund (VK 1) bzw. muss mit frei folgendem Hund (VK 2 und 3) gezeigt werden. Jede ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hürde sowie das Vorprellen oder Nachhängen an den Hürden wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

Beim Slalomlauf durchläuft der Hundeführer/die Hundeführerin gemeinsam mit dem Hund einen mit fünf Toren zzgl. Start- und Zieltor abgesteckten Zick-Zack-Kurs (VK 1 ca. 55m Länge, VK 2 ca. 65M Länge, VK 3 ca. 75m Länge). Der Slalomlauf wird in zwei Durchgängen ausgeführt und kann sowohl mit angeleintem, als auch mit frei folgendem Hund (VK 1) bzw. muss mit frei folgendem Hund (VK 2 und 3) gezeigt werden. Jedes von Hund oder Hundeführer_in nicht durchlaufene Tor wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

Der Hindernislauf entspricht dem Hindernislaufturnier. Hundeführer_in und Hund absolvieren einen 75m langen Kurzstreckenlauf, bei dem der Hund acht Hindernisse bestehend aus Hürde, Schrägwand, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Durchsprunggerät und Hochweitsprung überwinden muss. Der Hundeführer/die Hundeführerin läuft dabei unmittelbar parallel zur Hindernisbahn mit. Der Hindernislauf muss in zwei Durchgängen und mit frei folgendem Hund gezeigt werden. Jedes ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hindernis wird mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit des Teams addieren.

  • Geländelauf mit dem Hund (Einzelprüfung)

Hund und Hundeführer_in laufen gemeinsam eine Distanz, die 1000m, 2000m oder 5000m betragen kann. Der Hund ist hierbei angeleint; die Leine kann entweder in der Hand gehalten (in Verbindung mit Halsband oder Geschirr) oder an einem Bauchgurt mit Panikhaken und Gummifederung (in Verbindung mit einem angeschirrten Hund) befestigt werden. Die Laufstrecke sollte über freies Gelände, Feld- und Waldwege verlaufen und möglichst nicht geteert sein.

Der Geländelauf mit dem Hund eignet sich hervorragend zur Förderung des körperlichen Wohlbefindens und als Ausgleich zu der oft monotonen Tätigkeit im Berufsleben. Die eigene Trägheit wird überwunden und die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit ausgelotet. Dies erfordert vom Hundeführer/von der Hundeführerin eine gute Kondition und vom Hund ein an den Laufstil und Leistungsvermögen des Hundeführers/der Hundeführern angepasstes Verhalten. Das läuferische Können des Hundeführers/der Hundeführerin muss aufgebaut bzw. verbessert werden und parallel hierzu der Gehorsam des Hundes trainiert werden Wer lässt sich schon gern von seinem Hund durch die Landschaft schleifen oder wer will schon bei jedem zu passierenden Hund anhalten müssen, weil der eigene diesen kennenlernen will? Langsame Steigerung an Streckenlänge und Lauftempo führen den/die Hundesportler_in ganz allmählich und ohne gesundheitliches Risiko an den Geländelaufwettkampf heran. Dies erfordert regelmäßiges Lauftraining, bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit. Geländelauf mit dem Hund ist eine Sportart, die in der freien Natur zu jeder Jahreszeit ausgeübt werden kann. Jeder gesunde Hund, ob groß oder klein, Rassehund oder Mischling, bringt die Voraussetzungen zum Lauftraining mit. Der angeborene Bewegungsdrang und die Freude am Laufen mit der "Meute" erleichtert den Einstieg in diese Sportart ungemein.

  • Combinations-Speed-Cup (Mannschaftsprüfung)

Der Combinations-Speed-Cup (CSC) ist ein Staffellauf, der sich aus den drei Laufelementen des Vierkampfes zusammensetzt – Slalom-, Hürden- und Hindernislauf – sowie zzgl. Frankfurter Kreisel und Mühlacker Harfe. Er besteht aus drei Sektionen, die von drei Mensch-Hund-Teams (eines je Sektion) absolviert werden. Dabei muss nur der Hund die Hindernisse überwinden, während der Hundeführer/die Hundeführerin unmittelbar parallel zu den Hindernissen mitläuft. Eine Ausnahme bilden die drei Hürden in Sektion 2, die von Hundeführer_in und Hund gemeinsam zu überspringen sind, wobei sich das Schulterblatt des Hundes auf Kniehöhe des Hundeführers/der Hundeführerin befinden sollte. Der CSC wird in zwei Durchgängen mit frei folgendem Hund ausgetragen. Jedes ausgelassene oder fehlerhaft absolvierte Hindernis bzw. Fehler an den Wechseltoren werden mit Fehlerpunkten gewertet, die sich zur Laufzeit der Dreiermannschaft addieren. Da gleich drei Hundeführer_innen mit ihren Hunden an den Start gehen, ist Spannung und Action angesagt. Hier entscheiden Zehntelsekunden über Sieg oder Niederlage der Mannschaft. Tempo und aktive Bewegungsarbeit sind gefragt.

Ganz gleich für welche Disziplin(en) des THS Sie sich interessieren - Grundvoraussetzung sind Gesundheit, Sozialverträglichkeit und Gehorsam des Hundes sowie die Bindung von Hundeführer_in und Hund. Mensch und Hund sind immer ein Team, das für sich und mit anderen Teams gemeinsam diese Sportart für sich entdecken kann.

Hier gibt es Bilder der Schönfließer THS-Trainingsgruppe.

In den Bildergalerien gibt es Fotos von THS-Turnieren.

Eine Übersicht zu den THS-Terminen des SGSV-Berlin-Brandenburg gibt es hier.

Hier gibt es die Prüfungsordnung Turnierhundsport des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) zum lesen.

Und schließlich noch der Link zur THS-Seite des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des SGSV.

 
 19.08.2017 aktualisiert